Als Herr Krüger das erste Mal die Tagespflege betrat, war er 64 Jahre alt. Er hatte sein Leben lang gearbeitet, war viel unterwegs gewesen und hatte nie darüber nachgedacht, einmal Unterstützung zu brauchen. Dann kam der Schlaganfall. Von einem Tag auf den anderen war vieles anders. Die rechte Hand gehorchte nicht mehr zuverlässig, Gespräche kosteten Kraft, und der Alltag verlor seine Selbstverständlichkeit.

Seine Frau organisierte Therapien und Arzttermine, strukturierte den Tag neu und versuchte, Zuversicht auszustrahlen. Doch beide merkten schnell, dass reine medizinische Versorgung nicht ausreichte. Es fehlte Austausch. Es fehlte ein fester Rhythmus. Und es fehlte das Gefühl, weiterhin Teil einer Gemeinschaft zu sein.

Heute sitzt Herr Krüger an einem großen Tisch in der Tagespflege. Vor ihm liegt die Zeitung, neben ihm dampft der Kaffee. Zwei andere Gäste diskutieren über die Lokalnachrichten. Er hört zu, nickt, bringt einen Einwurf ein. Manchmal lacht er lauter als früher.

„Ich hätte nicht gedacht, dass mir das so guttut. Hier ist immer jemand da. Man kommt ins Gespräch, ohne dass es gezwungen wirkt.”Herr Krüger

Ein Tag beginnt mit einem gemeinsamen Frühstück. Danach folgen Bewegungsangebote, Gedächtnisübungen oder kleine Aktivitäten. Manche helfen beim Tischdecken, andere ziehen sich mit einem Buch zurück. Niemand wird gedrängt, niemand wird übersehen. Die Mitarbeitenden wissen, was jeder Einzelne leisten kann, und bauen darauf auf.

Für seine Frau bedeutet diese Zeit Entlastung. Sie kann arbeiten, Besorgungen machen oder einfach einmal durchatmen, ohne ständig auf die Uhr zu schauen. Abends erzählt ihr Mann von seinem Tag. Von einem Gespräch über alte Handwerksberufe. Von einem Kartenspiel, das länger dauerte als geplant. Von einem Kuchen, der gemeinsam gebacken wurde.

Tagespflege richtet sich nicht ausschließlich an Hochbetagte. Viele Gäste sind in ihren Sechzigern oder frühen Siebzigern. Manche kommen nach einem Krankenhausaufenthalt, andere leben allein und suchen Anschluss.

Die Finanzierung erfolgt über die Pflegeversicherung. Menschen mit Pflegegrad zwei bis fünf können Leistungen für die teilstationäre Betreuung in Anspruch nehmen. Die Pflegekasse übernimmt die pflegebedingten Kosten sowie in der Regel den Fahrdienst.

Im Landkreis Stade betreibt das DRK fünf Tagespflegeeinrichtungen in Buxtehude, Steinkirchen, Stade, Himmelpforten und Freiburg.

DRK-Tagespflegeeinrichtungen im Landkreis Stade

Tagespflege Stade · Hahler Weg 53, 21682 Stade · 📞 (04141) 9914935

Tagespflege Buxtehude · Estebrügger Straße 15, 21614 Buxtehude · 📞 (04161) 9669012

Tagespflege Freiburg · Krankenhausweg 9, 21729 Freiburg · 📞 (04779) 92 36 100

Tagespflege Himmelpforten · Forth 5, 21709 Himmelpforten · 📞 (04144) 2351023

Tagespflege Steinkirchen · Kirchweg 3, 21720 Steinkirchen · 📞 (04142) 18 19917