Als Katharina Hatecke (33) und Jan Gutjahr (35) von ihrem Weg nach Freiburg an der Elbe erzählen, wird schnell klar: Dieser Weg war alles andere als gewöhnlich. Und genau das macht ihre Geschichte so besonders. Was die beiden erzählen, klingt im ersten Moment nach zwei ganz normalen Lebensläufen. Schule, Studium, Arbeiten, Leben in der Stadt. Und dann kommt irgendwann ein Punkt, an dem sich Dinge verändern. Aus einer Idee wurde ein Plan und aus dem Plan eine unvergessliche Erfahrung.
Wie alles angefangen hat
Katharina ist in Stade geboren und in Wischhafen aufgewachsen. Nach dem Abitur zog es sie zunächst nach Hannover, wo sie ein Studium im Bereich Bauingenieurwesen begann. Doch schon nach etwa einem Jahr merkte sie, dass dieser Weg nicht der richtige für sie ist. Parallel arbeitete sie als Hostess und Barkraft, und genau dort stellte sie fest, was ihr wirklich Freude macht: das Organisieren, das Arbeiten mit Menschen und die Atmosphäre rund um Veranstaltungen. So entschied sie sich für ein duales Studium, das die Ausbildung zur Veranstaltungskauffrau mit dem Abschluss als Diplom-Eventmanagerin verbindet.
Von 2012 bis 2017 lebte und arbeitete Katharina in Hannover. Sie blieb auch nach dem Studium in der Eventagentur, in der sie bereits während dieser Zeit tätig war. 2017 zog sie für sechs Jahre nach Hamburg, gründete dort für die Agentur einen zweiten Standort, leitete ihn als Prokuristin und war dafür verantwortlich, diesen später auch wieder zu schließen.
Jan kommt ursprünglich aus der Nähe von Mönchengladbach. Schon in der Schule war er als DJ unterwegs und arbeitete in Diskotheken. 2010 zog er nach Hannover und machte dort seine Ausbildung zur Fachkraft für Veranstaltungstechnik. Er blieb dem Unternehmen, in dem er damals angefangen hatte, treu und arbeitet bis heute dort. Inzwischen leitet er seit vielen Jahren die Abteilung Projektplanung.
Kennenlernen über die Arbeit
Kennengelernt haben sich Katharina und Jan bereits im Jahr 2011. Damals war Jan als Veranstaltungstechnikdienstleister für die Agentur tätig, in der Katharina arbeitete. Man kannte sich also über viele Jahre aus dem beruflichen Zusammenhang. Erst 2022 lernten sich die beiden näher kennen, und aus dem beruflichen Kontakt wurde mehr. Für Katharina war das letztlich auch einer der Gründe, von Hamburg wieder zurück nach Hannover zu ziehen. Dort zogen die beiden zusammen und lebten bis Mai 2025 gemeinsam in Hannover.
Segeln war schon da — und wurde dann immer größer
Das Segeln war für Katharina nichts völlig Neues. Ihr Vater Rainer Hatecke ist Inhaber der Freiburger Werft, und in der Familie spielte das Leben auf dem Wasser immer eine Rolle. Bei Jan war das anfangs anders. Doch 2023 war er das erste Mal mit Katharinas Familie auf der Elbe segeln und verliebte sich sofort in das Familienboot aus Vollholz. Jan schaute danach viele Segelvideos auf YouTube, beschäftigte sich immer intensiver mit dem Thema, und im Herbst 2024 kam bei den beiden die „Schnapsidee” auf, ein eigenes Boot zu kaufen und sich ein halbes Jahr Auszeit auf dem Wasser zu nehmen.
Ein halbes Jahr auf der Ostsee
Im Mai 2025 stachen Katharina und Jan schließlich in See und verbrachten ein halbes Jahr auf der Ostsee. Der Alltag sah plötzlich ganz anders aus. Wind und Wetter bestimmten den Tagesablauf. Pläne wurden spontan verändert. Nicht selten ging es ganz woanders hin als ursprünglich gedacht. Genau das machte für die beiden aber auch einen großen Teil des Reizes aus.
Warum Freiburg geblieben ist
Nach ihrer Rückkehr war für beide klar, dass sie nicht wieder zurück in ihr altes Leben wollten. Die Entscheidung fiel auf den Flecken Freiburg. Ausschlaggebend waren mehrere Dinge. Katharinas Familie lebt hier, das Boot ist hier, und schon während der Vorbereitungen und der Zeit vor dem Törn hatten beide gemerkt, wie wohl sie sich in Freiburg fühlen. Inzwischen renovieren sie ein Haus direkt hinter der Werft und bauen sich dort Schritt für Schritt ihr neues Zuhause auf.
Nordkehdingen in drei Worten
Wie sie Nordkehdingen beschreiben würden? Grün, norddeutsch und herzlich. Beide haben das Gefühl, dass hier jeder jedem hilft.
Katharina und Jan haben einen Weg gewählt, der nicht ganz gewöhnlich war. Aber vielleicht ist genau das das Schöne an ihrer Geschichte: dass aus einer Schnapsidee ein neues Leben geworden ist.