Was sehen Kinder eigentlich täglich auf ihren Smartphones? Und welche Folgen hat das für Lernen, Verhalten und Entwicklung? Rund 30 Eltern und Erziehungsberechtigte stellten sich diesen Fragen bei einem Informationsabend an der Grund- und Oberschule Nordkehdingen und wurden mit einer Realität konfrontiert, die viele so nicht erwartet hatten. Schulleiter Torben Zimpel und sein Kollege Andreas Thorbahn machten deutlich: Soziale Medien sind längst kein harmloser Zeitvertreib mehr.
Kinder geraten bereits in jungen Jahren in Kontakt mit Cybermobbing, massivem Vergleichsdruck, ungeeigneten Inhalten und digitalen Mechanismen, die gezielt Aufmerksamkeit binden und abhängig machen können. Konflikte entstehen im Netz und werden mit in die Schule getragen.
Besonders eindrücklich waren die von Andreas Thorbahn erhobenen Daten aus dem schulischen Alltag. Sie zeigten eine Entwicklung, die viele Lehrkräfte zunehmend beobachten: Die Leistungen sinken, die Konzentrationsfähigkeit lässt nach, und immer mehr Schülerinnen und Schüler haben Schwierigkeiten, sich länger mit Lerninhalten auseinanderzusetzen.
Im zweiten Teil des Abends stellten Zimpel und Thorbahn das Konzept einer geplanten Social-Media-freien Klasse 5 vor, die im kommenden Schuljahr starten soll. Ziel ist es, Kindern bewusst einen geschützten Raum zu bieten. Das Angebot richtet sich an Familien, die diesen Weg aktiv mitgehen möchten. Parallel dazu wird es weiterhin eine herkömmliche fünfte Klasse geben, sodass die Wahlfreiheit der Eltern vollständig erhalten bleibt.
Text: Torben Zimpel